Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Boot

Maritimer Mittwoch N° 254



National Coast Guard Day – Wenn andere heimkehren, laufen sie aus

Gestern am 4. August war in den USA der National Coast Guard Day. Er erinnert an die Gründung der amerikanischen Küstenwache im Jahr 1790 und würdigt die Frauen und Männer, die Tag und Nacht auf See im Einsatz sind. Ein Gedenktag, der zwar aus den Vereinigten Staaten stammt, dessen Botschaft aber weit über deren Küsten hinausreicht.

Denn überall dort, wo das Meer beginnt, gibt es Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Die See kennt keine Bürozeiten. Sie fragt nicht nach Feiertagen oder Wochenenden. Wenn ein Notruf eingeht, wenn ein Segelboot manövrierunfähig treibt oder ein Mensch in Seenot gerät, zählt jede Minute. Dann legen die Einsatzkräfte ab – oft bei Wind und Wetter, manchmal in schwerer See, immer mit dem Ziel, anderen zu helfen.

Wer an der Küste lebt oder Urlaub macht, nimmt die Schiffe der Küstenwache oft nur am Rande wahr. Sie ziehen am Horizont vorbei, kontrollieren Schifffahrtswege oder begleiten Großveranstaltungen. Doch ihre Aufgaben sind weit vielfältiger: Sie überwachen den Schiffsverkehr, unterstützen bei Rettungseinsätzen, schützen die Meeresumwelt, bekämpfen Schmuggel und sorgen dafür, dass auf dem Wasser Regeln eingehalten werden.

Auch in Deutschland gibt es die Küstenwache des Bundes, in der verschiedene Behörden eng zusammenarbeiten. Auf Nord- und Ostsee sind ihre Schiffe ebenso unterwegs wie die Boote der Wasserschutzpolizeien der Küstenländer. Für die meisten von uns bleiben sie stille Begleiter – und genau das ist vielleicht das größte Kompliment. Denn wenn wir sie kaum bemerken, bedeutet das oft, dass sie ihre Arbeit zuverlässig und unauffällig erledigen.

Mich faszinieren diese Schiffe schon lange. Sie strahlen etwas Beruhigendes aus. Sie stehen für Verlässlichkeit, für Professionalität und für Menschen, die hinausfahren, wenn andere Schutz suchen. Vielleicht ist es genau dieser Gedanke, der mich immer wieder innehalten lässt, wenn ich eines ihrer Boote auf der Ostsee entdecke.

Der National Coast Guard Day erinnert deshalb nicht nur an eine amerikanische Institution. Er erinnert uns daran, wie wichtig jene Menschen sind, die oft im Hintergrund arbeiten und doch einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Sicherheit leisten.

Ein herzliches Dankeschön an alle Frauen und Männer, die auf See Verantwortung tragen – heute und an jedem anderen Tag des Jahres.




Anne Seltmann 05.08.2026, 07.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 253






 

Ein Sommertag in Laboe – oder: Manche Ausflüge werden einfach nie langweilig

Es gibt Orte, an denen man schon unzählige Male gewesen ist. So oft, dass man irgendwann aufhört zu zählen. Oder, wie man bei uns im Norden sagen würde: bestimmt schon zum Drölfhundertsten Mal.

Trotzdem stand heute wieder ein Ausflug nach Laboe auf dem Programm. Unsere Enkelkinder verbringen mit ihren Eltern gerade ein paar Urlaubstage hier in Kiel und was liegt da näher, als ihnen ein Stück unserer Heimat zu zeigen?

Schon am frühen Morgen ging es mit dem Fördedampfer über die Kieler Förde. Ich liebe diese Überfahrt jedes Mal aufs Neue. Während das Wasser leise gegen den Rumpf plätschert, zieht Kiel langsam vorbei und man hat sofort das Gefühl, dass der Alltag für ein paar Stunden Pause macht.

In Laboe angekommen, durfte natürlich das Marine-Ehrenmal nicht fehlen. Die vielen Stufen haben wir nach oben gemieden, es gibt ja Gott sei Dank einen Aufzug. Auf der Aussichtsplattform bietet sich ein herrlicher Rundumblick über die Kieler Förde, die Ostsee und die vorbeiziehenden Schiffe. Anfangs zeigte sich der Himmel noch eher grau und wolkenverhangen, doch nach und nach riss die Wolkendecke auf und die Sonne machte aus einem schönen Tag einen perfekten Sommertag.






Natürlich führte unser Weg auch wieder zum U-Boot U 995. Für uns ist es längst ein alter Bekannter. Trotzdem übt es jedes Mal eine besondere Faszination aus – und für die Kinder war es ohnehin ein spannendes Erlebnis. Es ist schön zu sehen, wie Geschichte plötzlich greifbar wird und Kinderaugen vor Neugier leuchten.

Zwischendurch durfte die kulinarische Seite eines Ostseeausflugs natürlich nicht fehlen. Erst stärkten wir uns mit köstlichen Crêpes, später gab es – wie sollte es an der Küste anders sein – leckere Fischbrötchen. Irgendwie schmecken sie am Meer einfach besser als irgendwo sonst.

Was mir an solchen Tagen besonders gefällt, sind gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten. Es sind diese kleinen Momente dazwischen: das gemeinsame Lachen, staunende Kinderblicke, der Wind, der einem um die Nase weht, das Kreischen der Möwen und dieses Gefühl, einfach gemeinsam unterwegs zu sein.

Laboe hat uns wieder einmal gezeigt, dass man nicht weit reisen muss, um einen wunderschönen Tag zu erleben. Manchmal genügt ein Fördedampfer, ein weiter Blick über die Ostsee und die Menschen, die einem am Herzen liegen.

Und auch wenn wir bestimmt schon zum Drölfhundertsten Mal dort waren – ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist. Manche Orte verlieren ihren Zauber einfach nie.




Anne Seltmann 29.07.2026, 06.56 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 242








das boot
liegt am strand
die planken müde
vom salz und wind

 

kein mensch
kein laut
nur das weiche
rauschen der see

 

ich gehe näher
die einsamkeit
legt sich wie ein tuch
über meine schultern

 

ein moment
der bleibt
zwischen land und wasser
zwischen gehen
und ankommen


~*~

© Anne Seltmann











Anne Seltmann 31.12.2025, 07.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

MosaicMonday N° 83






Beim Sichten meiner Bilder, bin ich auf einige meiner Nähprojekte gestoßen.

Ich habe diverse Sachen für meine Kindergartenkinder genäht und natürlich auch für mich.

Von links nach rechts…

Links oben ist ein Nähprojekt gewesen, dass ich bei *vonlangehand gesehen hatte. Da habe ich mir die Nähanleitung für die kleinen Schiffchen gekauft.

Dann kommen als nächsten Turnbeutel, die ich für meine Kindergartenkinder genäht hatte, als Abschiedsgeschenke, für den Übertritt in die Grundschule. Die habe ich frei nach Schnauze genäht. Ich habe diesen Stoff gewählt, damit sie ihn selbst ausmalen können.

Daneben unschwer zu erkennen bin ich. Zumindest erkennen mich alle, die mich schon einmal gesehen haben. In der Anfangszeit habe ich wie verrückt Masken genäht. Für uns, für die Familie, für Freunde – bestimmt rund zweihundert Stück sind dabei entstanden.

Die Lenker-Tasche fürs Fahrrad daneben war ein Geschenk für das Nachbarsmädchen, entdeckt bei * Lybstes

Unten links seht ihr ein Puppenkleidchen, das ich ohne Vorlage genäht habe. Ein Hängerchen beziehungsweise Schürzenkleid, das ich bei * Stoff -Schmiede entdeckt und mir den Zuschnitt selbst zurecht gefriemelt habe.

Dann kommt Öwe, * die Möwe, die ich für die Sprachförderung in meinem Kindergarten genäht hatte. Öwe ist übrigens herrlich frech.

Und ganz zum Schluss durfte eine Puppenwindel natürlich nicht fehlen – ebenfalls frei genäht und ohne Plan, einfach aus der Idee heraus.



[*Namensnennung und Verlinkung...unbeauftragt und unbezahl !]






Anne Seltmann 01.12.2025, 15.16 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 237









das wasser hält den himmel
wie eine zweite haut,
spiegel und widerspruch zugleich.

ein segel, weiß,
durchschneidet das leuchten,
hält das gleichgewicht
zwischen stille und weggehen.

kein ufer ruft,
kein horizont verspricht,
nur dieser atem aus licht,
der alles trägt,
und die hand, unsichtbar,
die dich weiterführt.


~*~


© Anne Seltmann





Anne Seltmann 17.09.2025, 10.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 235






Segel

Sie atmen Wind,
flüstern leise Geschichten,
tragen Sehnsucht auf leichten Schultern,
tanzen zwischen Himmel und Wasser.

Ein Riss im Blau,
gewebt aus Hoffnung und Freiheit,
jede Falte ein Versprechen,
jeder Zug ein Lied der Ferne.

Segel sind Worte,
die das Meer versteht,
und der Himmel beantwortet
mit einem stillen Kuss.


~*~

© Anne Seltmann







Anne Seltmann 13.08.2025, 06.17 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 234




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




Es war ein See, wie ihn nur Träume kennen: weich wie Seide, so still, dass jeder Laut verschluckt wurde, bevor er geboren war. Darauf schwamm ein kleines Boot, gefaltet aus Papier, zart und doch unerschütterlich. Darin saß ein Junge, barfuß, das Gesicht zum Himmel gewandt, als würde er auf ein Geheimnis warten, das nur für ihn bestimmt war.

Und dann kamen sie. Kraniche, Hunderte von ihnen, gefaltet aus den feinsten Geschichten der Welt. Sie flatterten herab wie lebendige Gedanken, trugen ein Flüstern in den Flügeln, das klang wie Hoffnung, wie ein Versprechen, das man nicht greifen konnte, aber spürte. Einer landete fast auf seiner Schulter, zögerte, und flog dann weiter, als hätte er nur prüfen wollen, ob der Junge wirklich da war.

Das Boot glitt weiter, ohne Ruder, ohne Kurs, getragen von etwas, das größer war als Wasser und Wind.

Der Junge blickte den Kranichen nach, wie sie weiterzogen, höher und höher, bis sie nur noch Punkte im Himmel waren. Er lächelte leise, als hätte er etwas verstanden, was man nicht in Worte fassen kann.



© Anne Seltmann









Anne Seltmann 06.08.2025, 11.11 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 233







Manche Boote haben Geschichten in ihren Planken, die kein neues Schiff je tragen könnte. Wenn ich an den Kais entlangspaziere und ein altes Fischerboot entdecke, halb von Salz und Wind zerfressen, zieht es mich magisch an. Da sind diese Risse im Holz, die Spuren von unzähligen Tagen auf dem Wasser, die blinden Fenster der Kajüte, die einst dem Horizont entgegengeblickt haben. Manchmal duftet das Holz noch nach Meer, manchmal nach vergangener Arbeit und altem Diesel.

Ich weiß, sie werden zerfallen, vielleicht schon morgen, vielleicht im nächsten Sturm. Und trotzdem liebe ich sie. Vielleicht gerade deswegen. Sie sind wie stille Zeugen einer Zeit, in der die Menschen mit einfacheren Mitteln fuhren, als das Meer noch nicht von GPS-Linien durchzogen war, sondern von Hoffnung, Erfahrung und Mut.

Ein marodes Boot ist für mich kein Schandfleck. Es ist ein Gedicht, das das Meer geschrieben und die Zeit langsam verwischt hat – aber nicht so sehr, dass man es nicht mehr lesen könnte.












Anne Seltmann 30.07.2025, 07.13 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 220



N° 220









Verloren liegt das Boot im dichten Nebel,
sein Holz vom Wasser gezeichnet, vom Wind vergessen.
Kein Ruf, kein Geräusch, nur Stille,
die sich wie ein Schleier über alles legt.

Die Bäume ragen als Schatten empor,
ihre Äste strecken sich ins Nichts.
Das Wasser hält den Atem an,
als wolle es die Zeit bewahren.

Wer saß einst hier, wohin wollte er?
Fragen treiben mit dem sanften Schaukeln.
Das Boot bleibt,
doch alles andere ist längst fort.


~*~


© Anne Seltmann






Angelas...



Anne Seltmann 26.02.2025, 05.59 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 213



N° 213








Ein Boot am Hafen,
der Tag verblasst im Feuer.
Stille Wellen,
schlafender Wind.
Die Nacht kommt leise. 


~*~

© Anne Seltmann








Anne Seltmann 31.12.2024, 05.44 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL